Wie konnte es so weit kommen?

Wie konnte es so weit kommen?

12. März 2018 Alles lesen 0

Eigentlich wollte ich nur fünf Kurier-Leser auf ihrem Weg zum Fun-Run begleiten. Eigentlich wollte ich nur einen Ansporn haben, ein paar Mal in der Gruppe zu laufen. Eigentlich wollte ich die nächsten Wochen gerade so fit werden, dass ich die 10-Kilometer-Distanz gerade so gerade irgendwie hinbekomme. Wie eigentlich jedes Jahr. Eigentlich, eigentlich, eigentlich. Und jetzt? Jetzt halte ich einen ziemlich ambitionierten Trainingsplan in der Hand, der mich die nächsten acht Wochen so richtig fordern wird. Der dafür sorgen soll, dass ich den schnellsten Lauf meines bisherigen Lebens absolviere. Vom bisher schnellsten bin ich einige Minuten entfernt, in acht Wochen soll ich meine Bestzeit um drei Minuten unterbieten. Soll für jeden der 10 Kilometer nur  5:06 Minuten brauchen – im Durchschnitt. Soll den Fun-Run am Ende unter 54 Minuten absolvieren.

Zum ersten Mal in meinem Leben halte ich einen Trainingsplan in Händen. So hätte ich aus freien Stücken nie trainiert.

Und auch wenn ich das nicht schaffe, ist das gut so. Also das mit dem Plan. Denn ich werde in den nächsten Wochen so viel über das Laufen erfahren, das mir eines klar wird: Gehen kann jeder, Laufen muss man lernen. Ich habe bisher so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann.

Meine nächsten Wochen hätten nämlich so ausgeschaut: Ich hätte mich jede Woche einmal über die 10-Kilometer-Distanz gequält. Damit angefangen habe ich schon. Zur Bestzeit fehlten im ersten Versuch 15 Minuten. Heftig. Und die Quälerei hätte noch nicht einmal Sinn gemacht. Denn statt stupider Dauerläufe sind in den nächsten Wochen drei Dinge angesagt: Acht sehr langsame Läufe über 70 und 80 Minuten (die mir wie Entspannungsübungen vorkommen werden), dazu neun Steigerungsläufe und neun Einheiten Intervalltraining. Selten, vielleicht gar nicht, werde ich dabei 10 Kilometer laufen. Muss ich auch nicht, sagt Martin. Wer neun Kilometer im Intervalltraining zurückgelegt hat, der braucht vor 10 Kilometern Dauerlauf nicht mehr Bange zu sein.

Ach ja: Was ich bisher so gemacht habe? In welchem Zustand ich diese Herausforderung angehe? Ich habe eine Handvoll 10-Kilometer-Läufe in den Beinen. Verteilt auf eine Handvoll Jahre. Im meinem Leben hatte ich drei paar Laufschuhe. Nach einigen Wochen Training, die meist panikartig kurz vor dem Fun-Run begannen, habe ich es immer wieder einreißen lassen – über Monate. Bis vor kurzem habe ich einmal in der Woche in einer Hobbytruppe eine Runde Fußball gespielt, aber das muss jetzt warten. Ich habe schließlich nicht unendlich viel Freizeit. Sorry Männer von der Betriebssportmannschaft der Stadt Bayreuth 😉

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